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Tausendgüldenkraut


botanisch: Centaurium erythraea
Botanische Synonyme:Centaurium umbellatum, Erythraea centaurium, Centaurium minus

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Tausendgüldenkraut geschnitten
Tausendgüldenkraut
geschnitten


Tausendgüldenkraut wächst bevorzugt auf Wiesen, Waldlichtungen und Trockenhängen in Mitteleuropa bis in Höhen von 1.500 Metern. Es steht unter Naturschutz und darf deshalb in der freien Natur nicht gepflückt werden!

Das speziell für therapeutische Zwecke angebaute blühende Kraut wird im Sommer (von Juni bis August) gesammelt und in dünnen Schichten zum Trocknen ausgelegt.

Zu Heilzwecken wird das Tausendgüldenkraut (wegen der darin enthaltenen Bitterstoffe) heute hauptsächlich als Magenmittel verwendet. Tausendgüldenkraut stärkt den Magen und wirkt appetitanregend. Allerdings erfolgt die Anwendung meist in Kombination mit anderen Bitterdrogen. Bei Magen- und Darmgeschwüren darf das Tausendgüldenkraut allerdings nicht verwendet werden!

Der NHV Theophrastus e.V. (Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus) hat das Tausendgüldenkraut zur Heilpflanze des Jahres 2004 gekürt. Nachdem im Jahr 2003 der sehr bekannte Salbei den ersten Platz eroberte, ist es nun das eher unbekannte und meist im Verborgenen wachsende "Tausendgüldenkraut". Dabei muss sich diese Heilpflanze wahrhaftig nicht verstecken, denn sie ist nicht nur hübsch anzuschauen, sondern auch sehr wirksam.

Vermutlich erhielt das Tausendgüldenkraut seinen lateinischen Namen von dem heilkundigen Zentaur Chiron, der mit diesem Kraut schlecht heilende Wunden behandelte. Es heißt, Chiron habe mit Hilfe von Tausendgüldenkraut sogar eine mit dem Blut der Hydra (siebenköpfiges See-Ungeheuer aus der griechischen Mythologie) vergiftete Wunde geheilt.

Andere volkstümliche Namen für Tausendgüldenkraut
Centorelle · Chironskraut · Erdgalle · Fieberkraut · Gottesgnadenkraut · Laurinkraut · Magenkraut · Piferkraut · Rötling · Sanktorinkraut · Tausendguldenkraut




Der deutsche Name Tausendgüldenkraut hat sich im Mittelalter aus dem Namen Tausenguldenkraut entwickelt. Möglicherweise hielt man den lateinischen Namen Centaurium für eine Zusammensetzung aus den beiden Begriffen "centum" (=hundert) und "aureus" (=golden). Und um die besondere Wirkung des Krautes zu verdeutlichen, wurde halt an die "Hundert" noch eine Null gehangen.

Und so glaubte man nicht nur an die Heilkraft des Krautes, sondern auch an die Goldkraft des Krautes. Es heißt, wer am Johannistag (dem 24. Juni) Tausendgüldenkraut sammelt und in seinen Geldbeutel steckt, der werde das Jahr über keinen Mangel an Bargeld leiden.

Überdrüssig meiner Schulden
Will ich ein paar Tausend-Gulden-Kräuter in den Garten pflanzen.
Jahr um Jahr will ich den ganzen Guldenschatz zusammenlegen,
Kunst und Wissenschaften pflegen
Und zum Kummer meiner Erben
Einst als Kräuterkrösus sterben.
Karl Heinrich Waggerl (1897-1973)

In der Bachblüten-Therapie nach Edward Bach wird das Tausendgüldenkraut (Centaury) schüchternen und ängstlichen Menschen empfohlen, die stets das Bedürfnis haben, es anderen recht machen zu wollen und die nicht NEIN sagen können. Das Kraut soll nämlich einen unbeugsamen Willen und tapfere Entschlossenheit hervorrufen.

Wenn man Tausendgüldenkraut
mit Honig und Wiedehopfblut vermischt
und ein Licht daraus bereitet,
so erscheinen die Anwesenden
größer als gewöhnlich,
und wenn man bei Nacht im Freien
und bei heiteren Himmel es anzündet,
so erscheinen die Sterne gegen einander hin und her zu schießen.
Agrippa von Nettesheim (1486-1535)
Tausendgüldenkraut besitzt folgende therpeutische Eigenschaften
» beruhigend (sedativ)
» blähungstreibend, entblähend, windtreibend (karminativ)
» blutreinigend
» desinfizierend (antiseptisch)
» fiebersenkend (antipyretisch)
» galletreibend, gallentreibend
» krampflösend (antispadmodisch, spasmolytisch)
» schmerzlindernd (schmerzstillend) (analgetisch)
» verdauungsfördernd
Tausendgüldenkraut hilft bei folgenden Krankheiten & Beschwerden
» Appetitlosigkeit, Appetitmangel
» Augenentzündung
» Blähungen
» Blutarmut
» Ekzeme
» Fieber
» Furunkel
» Gallensteine
» Gelbsucht
» Geschwüre
» Gicht
» Hautausschlag, Hautausschläge
» Leberentzündung
» Migräne
» Muskelkater, Muskelschmerzen
» Nervosität
» Rheuma
» Schürfwunden
» Sodbrennen
» Übelkeit, Brechreiz, Reisekrankheit, Seekrankheit
» Übergewicht, Fettleibigkeit, Fettsucht
» Verstopfung
» Wunden - offene Wunden

Tausendgüldenkraut-Rezepte für Gesundheit und Wohlbefinden

Tausendgüldenkraut Tee von Aurica
Tausendgüldenkraut
Tee von Aurica


Zubereitung von Tausendgüldenkraut-Tee:
» 2 Teelöffel Tausendgüldenkraut
» 1 Tasse kochendes Wasser (ca. 150 ml)
» 5-10 Minuten ziehen lassen
» durch ein Teesieb schütten

Vor den Mahlzeiten 1 Tasse trinken

Zubereitung von Tausendgüldenkraut-Wein:
» 15 Gramm Tausendgüldenkraut
» 15 Gramm Pfefferminz-Blätter
» 1 ganze unbehandelte Zitrone (in kleine Stücke geschnitten)
» 1 Liter Moselwein
» Mischung 10 Tage ziehen lassen
» durch ein Teesieb schütten

Vor den Mahlzeiten 1 kleines Gläschen trinken



Tausendgüldenkraut enthält folgende Inhaltsstoffe
» Ätherische Öle
» Bitterstoffe
» Flavonoide
» Glykoside
» Harze
» Secoiridoidglykoside:Centapikrin, Centaurosid, Gentiopikrosid, Swerosid, Swertiamarin
» Terpene:Valeriansäure

Blüte:von Mai bis September
Ernte:von Juni bis August
Quellen und Weiterführende Literatur
» Tausendgüldenkraut
» Von Salbei, Klee und Löwenzahn
» Der neue KOSMOS Heilpflanzenführer
» Das grosse Lexikon der Heilpflanzen
» Kräuter
» Der große Heilpflanzenatlas
» Kleines Heilkräuter-Lexikon
» Kräuterbuch der Klostermedizin



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