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Forenthema: Fastentagebuch

» Forum: Spezielle Fragen zum Heilfasten

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am 22.04.2005 um 01:02 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
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Beiträge: 52

Fastentagebuch

Da ich etwas Schiss habe, meine erste Heilfastenkur nicht durchzustehen, hoffe ich, noch ein ganzes Stück motivierter zu sein, wenn ich an dieser Stelle ein Fastentagebuch erstelle. Ich hoffe, dass das im Rahmen diese Forums in dieser Form ok für Tonia ist, der ich an dieser Stelle zu dieser gelungenen und für viele Menschen sicher sehr hilfreichen Seite gratuliere.
Ich werde die Ereignisse des vorhergehenden Tages jeweils abends vor dem Schlafengehen posten.
Ich bin männlich, 31 Jahre alt, wiege schon seit ich 16 bin 65kg bei 1,81 Größe, bin arbeitsloser Kaufmann im Einzelhandel (Verkäufer also) und glücklicher Vater dreier Kinder.

Gründe für das Fasten:
- Magen-Darm-Probleme wie Koliken und häufiges Völlegefühl/Unwohlsein
- Ein Gefühl des "verstopft seins", körperlich sowie geistig
- Energiemangel und Antriebsschwäche
- das Wissen darum, dass das Fasten, also der vorübergehende Mangel an Nahrung, ein Ding ist, das in der Natur selbstverständlich ist. Somit müsste klar sein, dass uns Daueressern da irgend etwas fehlt.

Zumindest in Bezug auf die Magen-Darm-Probleme und das Gefühl des körperlichen verstopft seins mache ich mir einige Hoffnung, durch die Fastenkur eine dauerhafte Besserung bis Heilung herbei führen zu können. Nebenbei habe ich gerade einen Frühjahrsschnupfen bekommen. Wäre natürlich nett, wenn auch der verschwinden würde.

Fastenplan
Entlastungstag: Ich werde nur Äpfel, Birnen und Wasser zu mir nehmen.
1. Fastentag: Darmentleerung mit Glaubersalz, sonst nur Wasser
2.-7. Fastentag: Darmentleerung alle 1-2 Tage mit Sauerkrautsaft, ansonsten nur Wasser. Sollte ich größere Schwierigkeiten mit dem Kreislauf bekommen, evtl. etwas klare Brühe, mal sehen.
Aufbautage: Wohl wieder hauptsächlich mit Obst, ich werde mich da wohl auf mein Gefühl verlassen (es sei denn, das dieses Völlerei betreiben will!)


21.04. Entlastungstag
Habe heute morgen 3 Birnen gegessen. Fühlte mich hinterher geradezu vollgefressen. Hat wohl mit den Problemen zu tun, die ich mit meinem Magen/Darm habe -einer der Gründe, warum ich heilfasten möchte (bevor ich die ärztliche Diagnose in dieser Richtung weiter treibe).
Vormittags seit einigen Wochen endlich mal wieder gejoggt, aber nur ganz locker. Sollte Spaß machen.
Mittags noch mal drei Birnen, habe kaum Appetit (sollte ich die Gunst der Stunde nutzen, und schon heute mit Fasten beginnen?). Ich fühle mich auch geradezu reif für's fasten.
Nachmittags zu Schlecker und zur Apotheke, Sauerkrautsaft und Glaubersalz kaufen. Nachdem ich verschieden Meinungen zu Glaubersalz gelesen habe, habe ich mich entschieden, es einmal am ersten Fastentag anzuwenden und die restliche Zeit mit Sauerkrautsaft durchzuziehen. Bin sehr schnell Fahrrad gefahren, weil ich beginne zu frieren. Das hilft auch für eine Weile. Probiere schon mal ein Glas vom Sauerkrautsaft, ist leider zu stark gesalzen.
Danach mit zweien meiner Kinder in den Zoo gefahren. Vorher lange Unterhose und Winterjacke angezogen. Lederhandschuhe? Die Leute denken doch, ich bin bekloppt?!? Egal. Meine Hände sind eiskalt.
Im Zoo wars easy, habe uns allen zusammen vier Äpfel aufgeschnitten. Mir fehlt nix, zwischendurch ist mir sogar warm.
Zuhause stelle ich fest, dass ich unterwegs nichts getrunken habe, muss da mehr drauf achten. Besonders, da ich recht kopfschmerzempfindlich bin. Fühle mich etwas erschöpft. Aus der Küche duftet es nach überbackenem Käse. Kein Problem. Aber die Gelüste werden schon noch kommen, da mache ich mir besser keine Illusionen.
Abends ist mein Urin farblos geworden. Die Zigarette auf dem Balkon konnte ich nur mit Hilfe von Bademantel, Roggenkissen und Wärmflasche rauchen, so kalt ist mir. Bekomme leichte Kreislaufprobleme beim Rauchen. Ich werde die Qualmerei auch während des Fastens nicht ganz sein lassen, weil ich glaube, dass das Fasten ansonsten für mich kaum zu bewältigen wäre. Besser, mit Zigaretten fasten, als gar nicht, oder?
Spüre, wie meine Lippen anfangen zu spannen/auszutrocknen. Mh… . Ich wäre ja mal davon ausgegangen, dass es wirklich kalt sein muss, damit Haut trocken wird? Entweder, es reicht schon aus, die Kälte nur zu spüren; oder das hat jetzt andere Ursachen…
Ich bekomme leichten Hunger, habe aber keine Lust, zu essen (normalerweise liebe ich es!). Komisch. Es scheint sich immer mehr zu bestätigen, dass ich einfach reif für eine Fastenkur bin. Ich trinke einfach ein Glas Wasser, das Hungergefühl verschwindet.
Nebenbei lese ich "Das Wunder des Fastens" von Dr. Paul C. Bragg. Die erste Seite gefällt mir schon sehr gut, der Mann kommt schnell zum Punkt (Ist inzwischen leider verstorben). Zum eben mal nachschlagen ist das Inhaltsverzeichnis zu unstrukturiert. Werde im weiteren Verlauf nebenbei weiter darüber berichten.



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am 22.04.2005 um 23:10 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
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Beiträge: 52

[ Beitrag wurde editiert von nixkuscheln am 22.04.2005 um 23:11 Uhr ]

22.04. Erster Fastentag

Habe meinen Arsch gestern mal wieder nicht ins Bett gekriegt, bekanntes Phänomen bei mir. Heute mittag dann mit Kopfschmerzen und schlechter Laune aufgewacht. Selbst schuld. Erster Gang zum Klo -Urin ist wieder dunkel. Der hat offensichtlich Entscheidungsschwierigkeiten. Soll ich ihn in ein Glas füllen und zu einem Psycho-Therapeuten bringen?
Danach zwei Teelöffel Glaubersalz auf ein Glas Wasser und mit dem Espresso-Milchschäumer verrührt. Augen zu und runter. Ein Schluck, zwei Schluck… He, hatte da irgend jemand gesagt, dass das eklig wäre? Liegt doch noch absolut im Bereich des Erträglichen!
Erst mal eine rauchen. Danach wurde mir wieder kalt, leichte Kreislaufschwierigkeiten. Lasse mir eine heiße Badewanne ein. Schon in der Badewanne bekomme ich den leisen Verdacht, dass das nicht so die ganz tolle Idee war. Das mit dem Rauchen vielleicht auch nicht. Als ich aus der Wanne steige, bricht mir mein Kreislauf fast zusammen. Ich schaffe es gerade noch mich abzutrocknen und mich nackig wie ich war, ins Bett zu legen. Als ich dort ankam, musste ich feststellen, dass sich das abtrocknen nicht wirklich gelohnt hatte -ich war klatschnass geschwitzt. Ich hätte da aber nicht sagen können, ob ich nun fror oder schwitzte. Blieb einfach so liegen.
Mein Schatz macht mir so ein Spezialgetränk, mit dem sie früher mal gefastet hatte. Wasser mit etwas Zitronensaft und Ahornsirup. Nach einiger Zeit geht’s einigermaßen wieder. Schlafe dann erst mal 2 Stunden. Als ich aufwache, fühle ich mich fast schon wieder fit. Nehme trotzdem noch einen Löffel Honig zu mir, um den Kreislauf noch etwas zu puschen. Na ja, wir wollen uns ja mal nicht anstellen. Erst mal eine rauchen. Nein, ich bin nicht bekloppt, ich bin süchtig. Schaffe eine halbe Zigarette, immerhin, dass ist ja schon was. Kreislauf wieder im Keller, na ja, das ist nun mal der Preis.

Ich möchte das mit dem Rauchen noch mal etwas ausführlicher auslegen:
Ich hasse es, dass ich immer noch rauche!!! Dies Abhängigkeit ist etwas, das mich einfach nur nervt. (Und zwar so sehr, dass ich erst mal eine rauchen muss
Aber bei gleichzeitig psychischer und körperlicher Abhängigkeit…ach Scheiße, es ist einfach verdammt schwierig, wieder damit aufzuhören. Dagegen war das mit dem Kiffen damals echt ein Witz. Aber nur im Vergleich dazu, für sich genommen war das auch nicht leicht. Dann noch drei Kinder, die einen täglich fordern. Wenn ich versuche aufzuhören, werde ich echt fies. Fies ist noch untertrieben -ich verwandel mich vom netten, verständnisvollen, Scherze machenden Vater zum Arschloch, das nichts weiter als seine Ruhe haben möchte. Ich würde zu gerne verhindern, dass meine Kinder jemals damit anfangen. Wir gehen sehr offen mit dem Thema um und rauchen natürlich nur auf dem Balkon. Hoffentlich hilft das.

Wenn das Glaubersalz nach 7 Stunden noch nichts getan hat, werde ich wohl eine höhere Dosis nehmen müssen, oder? Um 18.30 noch mal ein Glas, diesmal mit vier Teelöffeln.

Gegen 23:00 immer noch keine Wirkung außer das mir gut bekannte Ziehen in der Darmgegend. Alles, was ich zustande bringe, klackert fast schon. Werde jetzt schlafen gehen. Erster Fastentag überstanden, immerhin.



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am 24.04.2005 um 00:16 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
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... ist OFFLINE

Beiträge: 52

23.04. Zweiter Fastentag

Habe 12 Stunden geschlafen. Nach dem Aufstehen wieder heftige Kreislaufschwierigkeiten. Sogar das Schreiben hier fällt mir schwer, lasse beim Tippen ständig Buchstaben aus oder schreibe sie doppelt. Vor meinen Augen flimmert alles. Trinke einen verdünnten Obstsaft. Wenigstens habe ich kein Bedürfnis nach Zigaretten.
Etwas später bekomme ich dann doch schlechte Laune wegen nicht geraucht. Drehe mir eine, kann die Zigarette aber nicht auf Lunge rauchen, weil ich genau spüre, dass ich dann auf der Stelle umkippen würde. Also paffe ich so drei-vier Züge. Da paffen aber eine ziemlich ekelige Angelegenheit ist, mache ich die Kippe nach drei-vier Zügen wieder aus. Mh…, da muss ich jetzt wohl durch. Schön, wenn mein Körper mich zwingen will, den Scheiß zu lassen. Wenn ich nur mal niemande töte, so wie es mir gerade geht. Blick starr nach vorne gerichtet, Flimmern vor den Augen…
Ich habe vor Jahren -als wir noch ziemlich crazy waren- einmal die Erfahrung gemacht, wie es ist, rot zu sehen. Ich hatte mich sehr heftig mir meiner Frau gestritten. Unsere Beziehung schien beendet, meine Frau machte den Eindruck, als wäre ihr das alles ziemlich gleichgültig. Irgendwann ist bei mir ein Schalter umgekippt. Ich habe so ein Flimmern vor Augen bekommen, wie ich es auch jetzt, bedingt durch meine Kreislaufprobleme habe. Dann wollte ich meiner Frau an die Gurgel. Triebhaft. Soll heißen, ich hatte zu keinem Zeitpunkt darüber nachgedacht oder eine Entscheidung dazu getroffen. Etwas in mir wollte meine Frau erwürgen. Zum Glück konnte ich noch denken und habe meinen Kopf dann zur anderen Seite gedreht und meinen Körper so daran gehindert, den Satz nach vorne zu machen. Das war damals eine sehr interessante Erfahrung, seit dem habe ich eine Vorstellung von dem Unterschied zwischen Mord und Totschlag. Na ja, im Moment fühle ich mich halt wieder gefährlich nah dran an diesem Zustand. Nicht, weil ich ein Psychopath bin, sondern weil ich nicht rauchen kann.
Mittags kann ich endlich auf Klo. Schön. Fühle mich hinterher allerdings immer noch abgefüllt. Mein Kreislauf kommt so langsam auch wieder in Schwung.
Schade, gerade ist mein Schatz dabei, mir eine leckere Gemüsebrühe zu machen. Nun ja, ich denke, ich werde mir auf jeden Fall trotzdem eine Portion davon gönnen. Wenn andere damit fasten, werde ich mein Wasserfasten doch auch mal damit unterbrechen dürfen, oder?
Gegen Nachmittag reiße ich mich einfach nur noch zusammen, um ohne Zigaretten auszukommen. Es geht auch einigermaßen, solange mich niemand nervt zumindest. Nehme mir vor, die Gunst der Stunde zu nutzen und das Rauchen wirklich sein zu lassen. Pfff…, das kann ja was werden.
Nach der Gemüsebrühe geht’s meinem Kreislauf wieder gut. Zu gut. Was bleibt, ist nur noch Gereiztheit. Rauche fast eine ganze Zigarette. Danach ist der Kreislauf wieder im Keller.
Meine Frau meint, dass die Kreislaufprobleme daher rühren, dass ich vor dem Fasten noch eine Mandelentzündung hatte. Die war aber nicht richtig ausgebrochen, Meine Frau hatte mir dafür so Tabletten verordnet die Q10, Traubenkernextrakt, Vitamin E und Magnesium enthielten. Das schien zu helfen. Egal, dass mit dem Fasten will ich auf jeden Fall durchziehen.
Am frühen Abend trinke ich noch eine Tasse Gemüsebrühe, damit ich hinterher eine rauchen kann. Das kann es so natürlich auch nicht sein.


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am 24.04.2005 um 08:54 Uhr
... hat SunnyBO geschrieben:
SunnyBO
SunnyBO
... ist OFFLINE

Beiträge: 60

Irgendwie ist es kein Wunder bei Deiner Größe und Gewicht, daß Du mit dem fatsen Probleme bekommst.
Ich habe vor vielen Jahren von einem homöopathisch ausgerichtetet Internisten mal eine ganz andere "Kur " zur allgemeinen Magen-Darm-Sanierung und wegen Allergien unbekannten Ursprungs bekommen:

4 Tage oder auch länger nur und ausschließlich sehr gut gekaute Bananen. Nein - das gibt keine Verstopfung, das war auch meine Sorge. Die entsteht nur und eher bei Kombnation mit anderen Dingen. Nach 2 Tagen war de Stuhlgang in Ordnung. Dann nach einigen Tagen immer ein neues Lebensmittel (ohne Zusätze) zufügen. Max. 1 pro Tag, besser alle 2 Tage. Dann merkt man sehr genau, was einem nicht bekommt und man in Zukunft weglassen soll.
Die Bananen - nicht umsonst auch für Babys so verträglich - enthalten alle notwendigen Mineralstoffe und Vitamine. Zunehmen tut man dabei auch nicht.

Nach dieser Kur war alles wieder in Ordnung, ich habe mir dabei aber auch das eine oder andere abgewöhnt, nehme seitdem keine Milch mehr in Kaffee und halte mich fern von Dingen, wo zu viele unbekannte Zusätze oder Konservierungsstoffe drin sein könnten.

Und wenn Du vorher eine Infektion hattest, dann ist das ja wohl alles auch nicht ganz der richtige Zeitpunkt?
Naja, schönen Sonntag. SunnyBO


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am 24.04.2005 um 22:38 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
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Beiträge: 52

[ Beitrag wurde editiert von nixkuscheln am 24.04.2005 um 22:39 Uhr ]

Hallo Sunny,
lieb, dass Du Dich sorgst. Ich meine, dass meine Probleme ausschließlich mit dem Rauchen zu tun haben. Inzwischen, wie ich später auch in meinem aktuellen Tagesbericht posten werde, geht es mir wieder richtig gut.
Die Mandelentzündung war gar nicht richtig ausgebrochen und schon wieder auf dem Rückzug, als ich mit dem Fasten begonnen habe. Sollte sich allerdings nach Ende meiner Fastenkur keine Besserung meiner Magen-/Darmprobleme ergeben werde ich Deinen Rat gerne beherzigen. Dafür noch mal danke schön.

der nix


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am 24.04.2005 um 23:25 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
nixkuscheln
... ist OFFLINE

Beiträge: 52

[ Beitrag wurde editiert von nixkuscheln am 25.04.2005 um 00:02 Uhr ]

24.04. Dritter Fastentag (oder erster?)

Dass das mit der versteckten Nahrungsaufnahme über die Gemüsebrühe so nicht ganz ok sein kann, habe ich ja irgendwie schon geahnt. Jetzt lese ich es auch bei Bragg. Der Körper soll ja von Nahrungsaufnahme auf Giftstoffausscheidung umschalten. Davon wird er durch Nahrung, in welcher Form auch immer, abgehalten. Das einzige, was Bragg erlaubt/empfiehlt ist verdünnter Zitronensaft mit Ahornsirup oder Honig gemischt zur Unterstützung der Entgiftung.
Überhaupt, Bragg: Das Buch kommt nicht mit lauter pseudowissenschaftlichen Erklärungen daher (mit denen man gutgläubigen Laien ja bekanntlich den letzten Scheiß für teuer Geld verkaufen kann…), sondern verweist grundsätzlich nur auf Erfahrungsbeweise. Einmal von Bragg selbst, andererseits auf ethnologische. Bragg war, als er das Buch schrieb, 85 Jahre alt und besserer Gesundheit als die allermeisten 20jährigen. Er lebte zu diesem Zeitpunkt schon 50 Jahre ganzheitlich natürlich. Leider konnte ich nicht herausfinden, wie alt er geworden ist.
Er empfiehlt, dampfdestilliertes Wasser zu trinken. Ein großes Reizthema, wie ich im Netz feststellen musste. Bagg schreibt von Inselbewohnern, deren Insel aus so porösem Gestein besteht, dass sie kein Wasser halten kann. Deswegen müssen diese Menschen destilliertes Wasser trinken (Regenwasser!). Alle diese Menschen sollen sehr schön sein und sich bester Gesundheit erfreuen. Eskimos trinken übrigens auch nur dampfdestilliertes Wasser (geschmolzener Schnee: null Mineralien). Da sollte sich aber jeder selber eine gewisse Zeit mit beschäftigen, bevor er sich eine Meinung bildet. Ihr habt ja Internet…
Sry, dass ich hier so viel aus diesem Buch wiedergebe. Ich bin normal nicht so der Büchergläubige. Aber hier stimmt für mich, zumindest im Moment, das Gesamtbild. Ich glaube, ich werde den Empfehlungen von Bragg folgen und der ersten längeren Fastenkur ein paar kürzere voran stellen, um meine Entgiftungsorgane nicht gleich zu überlasten. Konkret werde ich also noch bis morgen früh weiterfasten und dann versuchen, auf eine möglichst salz-, getreide- und tierfreie Ernährung umzuschwenken.
Also trinke ich heute verdünnten Zitronensaft mit Ahornsirup ("nicht zur Stärkung, sondern zur Unterstützung der Entgiftungsorgane". Interessant ist, das ich 3 Stunden nach dem Aufstehen zwar ein gewisses Verlangen nach einer Zigarette verspüre, aber noch lange nicht so stark wie sonst -bin relativ gelassen. Normalerweise stopfe ich mir nach dem Aufstehen möglichst schnell irgend etwas in den Rachen, damit ich möglichst schnell meine erste Zigarette rauchen kann (auf nüchternen Magen kann ich nicht rauchen). Und wehe dem, der mich anspricht, bevor ich die geraucht habe!
Mittags dann Kinderstress, folglich dann natürlich auch eine halbe Zigarette : ( Bekomme zwar den üblichen Kreislaufflash, kann diesen aber diesmal aufgrund meines gesteigerten Adrenalinspiegels deutlich besser kompensieren…
Nachmittags geht es mir bis auf kalte Hände wieder so gut, dass ich überlege, doch noch einen Tag dranzuhängen. Zumindest verspüre ich kein Verlangen nach Essen, auch nicht, wenn ich es sehe oder rieche. Ich werde das morgen entscheiden. Fasten ist halt ein sehr individuelles Ding, wahrscheinlich gibt es da so viele Meinungen zu dem Thema, wie es Bücher gibt.
Mein Frühjahrsschnupfen ist übrigens noch nicht verschwunden, allerdings verstopfen die Nasenlöcher nicht mehr und ich fühle mich auch nicht geschlaucht, wie das sonst bei einer Erkältung der Fall ist.
Gegen Abend fühle ich mich fast schon so fit wie immer. Die anfängliche schwierige Fase des Fastens scheint überstanden. Ich bin ja schon mal sehr gespannt auf morgen. Etwas wundern tut mich, dass ich auch nach drei Tagen ohne feste Nahrung immer noch pupsen muss…
An dieser Stelle muss ich noch mal erwähnen, wie leicht mir das Fasten bis jetzt viel. Alle Schwierigkeiten, die ich bis jetzt hatte, hingen mit der Qualmerei zusammen. Ich denke, dass ich doch noch einige Tage durchziehen werde, so lange es mir halt gut geht. Im Moment fühle ich mich sogar leicht beschwingt. Das mein Geist, so wie ich es mir erhofft hatte, klarer geworden wäre, kann ich momentan zwar noch nicht sagen - aber das kann ja noch kommen.
Ich will mich ja wirklich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, aber im Moment habe ich das Gefühl, dass ich nie mehr schwerverdauliche Nahrung (Fleisch, Pizza, Käse) zu mir nehmen möchte…


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am 26.04.2005 um 00:18 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
nixkuscheln
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Beiträge: 52

Der Tagescartoon von gestern fehlte noch...


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am 26.04.2005 um 00:24 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
nixkuscheln
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Beiträge: 52

25.04. Vierter Fastentag

Heute morgen aufgewacht, fühle mich extrem platt und ist kalt. Bleibe noch ein paar Minuten liegen. Als ich dann aufgestanden bin, hätte ich mich fast unfreiwillig wieder hingelegt - Kreislaufflash. Ein erster Blick in den Spiegel, zwei Pickel im Gesicht. Moin - macht ganz den Eindruck, als wenn die Entgiftung jetzt erst richtig losgeht. Also ist eventuelles Fastenbrechen für heute kein Thema mehr, logisch.
Die erst Morgenzigarette vertrage ich dann auch doch erstaunlich gut.
Mittags trinke ich eine klare Brühe für den Kreislauf.
Den restlichen Tag bin ich erstaunlich fit. Versuche abends, eine Runde zu joggen. Na ja, es bleibt beim Versuch…
Sonst nix besonderes heute. Na ja, ich habe ehrlich gesagt nicht so richtig das Gefühl, dass ich entschlacke. Ich bekomme keine Kopfschmerzen, ich rieche nicht auffällig, meine Zunge ist normal belegt, vielleicht etwas mehr als sonst... Komisch.


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am 27.04.2005 um 00:54 Uhr
... hat nixkuscheln geschrieben:
nixkuscheln
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Beiträge: 52

26.04. Fünfter Fastentag

Als ich heute aufwache, fühle ich mich nicht ganz so platt wie gestern. Mache sicherheitshalber trotzdem vor dem Aufstehen noch ein paar Gymnastikübungen im Bett, um den Kreislauf etwas anzukurbeln. Als ich aufstehe, merke ich, dass das sicher nicht dumm war: Mir wird leicht schwummerig.
Dann eine Dusche, danach geht es mir wieder recht gut.
Als ich gestern die klare Brühe getrunken hatte, fand ich diese ekelig salzig. Als ich dieselbe Brühe (war eingefroren) vor ein paar Tagen das erste mal trank, fand ich sie noch zu lasch!!! Inzwischen verspüre ich eine ausgeprägte Abneigung gegen alles salzige, also auch gegen Glaubersalz und Sauerkrautsaft. Folglich gehe ich etwas später im die Apotheke, um mir Sennes-Tee zu besorgen. Erstaunlich günstig: 10 Aufgussbeutelchen nur 1,72. Mein Apotheker empfiehlt mir, eher etwas chemisches zu nehmen: Das hätte weniger Nebenwirkungen als der Tee. Ob er das nun von seinem Haus-Pharma-Lobbyisten hat, oder ob er damit einfach nur mehr Umsatz hat - ich weiss es nicht. Ich nehme den Tee. In der Packungsbeilage ist das schlimmste, was ich (bei kurzzeitigem Gebrauch) unter Nebenwirkungen finden kann, krampfartige Magen/Darm-Beschwerden in seltenen Fällen.
Als ich in der Apotheke war, habe ich die Gelegenheit genutzt, um mich wiegen zu lassen (wir haben zu Hause keine Personenwaage und brauchen normalerweise auch keine). Interessanterweise habe ich mein Gewicht gehalten. Gut, mein ständiger Blähbauch, der inzwischen verschwunden ist (hat ich noch gar nicht erwähnt, freue ich mich aber tierisch drüber!!!) macht gewichtsmäßig natürlich nicht viel aus. Allerdings habe ich gestern festgestellt, dass ich meine Armbanduhr eine Stufe enger stellen konnte. Da muss ich mich wohl irgendwie getäuscht haben. Na ja, ich will ja auch nicht abnehmen. Mache ja zwischendurch Situps und Liegestütze, damit mein Körper weiss, dass er mir nicht das bisschen Muskulatur, das ich noch habe, auch noch abbauen soll. Liegestütze mache ich inzwischen übrigens, indem ich mich dabei auf den Knien abstütze statt auf den Füßen. Ist sehr viel einfacher & wie ich meine auch effektiver, wenn mann sich dabei weniger belastet und dafür länger was macht.
Nachmittags bringe ich zwei meiner Kinder zum Sport und nutze die Zeit, bis ich sie wieder abhole, damit, einen Spaziergang im nahegelegenen Wald zu machen. Während dieses Spazierganges spürte ich eine innere Ruhe und Naturverbundenheit, wie ich das sonst eigentlich nur kenne, wenn ich mir früher irgendwas reingepfiffen hatte. Ich blieb halt öfter mal stehen, freute mich über eine alte, moosbewachsene Baumwurzel oder über zwei Mäuse, die unter den trockenen Blättern vom letzten Herbst raschelten. Es war eine schöne innere Ruhe die in mir herrschte.
Ich denke mal, wenn ich nicht schon so viel andere Drogenerfahrung gehabt hätte, wäre ich ob meines Zustandes richtig euphorisch geworden - so, wie das ja auch viele Menschen während ihrer Fastenzeit erleben.
Da ich plane, meine Ernährung nach der Fastenkur komplett umzustellen - so Richtung Rohkost - und unter anderem auch kein Salz mehr verwenden möchte (ja, ich weiß: Die gängige Meinung ist, dass man Salz braucht. Die Frage ist, ob das Salz, das natürlicherweise in unserer Nahrung drin ist, nicht ausreicht), forsche ich abends im Netz nach, wie man ohne Salz wohl am besten würzen kann. Ich finde ein Rezept für eine Gewürzmischung, die das Salz ganz gut ersetzen soll:
Um auf die Zeit nach dem Fasten gut vorbereitet zu sein, beginne ich gleich mit der Herstellung. Da ich ja gerade eh voll auf dem Ökotrip bin, stelle ich mir mein Paprika-, Knoblauch- und Zwiebelpulver gleich selber her. Heißt: Schnibbeln, im Backofen trocknen, im Mörser zerkleinern. Wie es schmeckt, werde ich dann nach meinem Fastenbrechen hier posten.
Ok, habe das Endprodukt doch schon probiert (1/10 gramm). Ist zu scharf geworden. Dass das Trockengut dadurch, dass der Backofen zu heiß war, etwas braun geworden ist, ist dem Geschmack wohl auch eher abträglich. Werde morgen einen zweiten Versuch mit niedrigerer Temperatur starten und den Senf und den Pfeffer dann von meiner Frau abschmecken lassen. Wenn ich die Mischung perfektioniert habe, werde ich das Ergebnis, sprich das Rezept, hier posten.
Ich bekomme gerade richtig Hunger…



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am 27.04.2005 um 11:17 Uhr
... hat Tonia geschrieben:
Tonia
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Schönen Guten Morgen nixkuscheln

hatte gerade endlich mal Zeit alle deine Beiträge hier in deinem Fastentagebuch zu lesen und muss sagen: Du kannst richtig gut und interessant und amüsant schreiben ... ich musste die ganze Zeit grinsen und konnte mir richtig gut vorstellen wie's dir so ergeht.

Du bist im übrigen der Erste, der so richtig deutlich beschreibt wie negativ sich das Rauchen, besonders beim Fasten, auf den Kreislauf auswirkt. Das werde ich die Tage mal in meine Rubrik "Häufige Fragen" mit aufnehmen. *nick*nick* ...

Das, was du da über das destillierte Wasser geschrieben hast, erinnert mich an den Bericht über unsere Ernährung, den ich letzte Woche in der neuen GEO gelesen habe ... echt interessant ... In diesem Bericht wird nämlich besonders gut deutlich, dass die Verträglichkeit von Lebensmitteln völlig abhängig davon ist, wo wir geboren sind und was unsere Vorfahren so im Allgemeinen verspeist haben. Es gibt Völker, die werden steinalt ohne 'Obst und Gemüse zu essen, andere Völker kommen ganz ohne Salz klar, andere wiederum brauchen extrem viel Salz. Da gibts echt überhaupt keine Regel, die besagt, was für jeden gut ist, alles total individuell verschieden! Und selbsts man aus dem gleichen Volk stammt, ist das kein Garant dafür, dass man die gleichen Dinge verträgt.

Wichtig ist, dass man sein Essverhalten so in den Griff bekommt, dass man wieder regelrecht spürt, was einem selbst gut tut und was nicht ...

--
viele kunterbunte Grüße - Tonia :-)
***Die meisten Menschen essen zuviel!
***Von einem Drittel dessen, was sie essen, leben sie,
***von den anderen zwei Dritteln leben die Ärzte!
***(alte ägyptische Weisheit - 4000 vor Christi)


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Tonia Tünnissen
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