<a href="/54-Spielen-die-Mondphasen-beim-Fasten-eine-Rolle.htm"><font class="weiss"><u>Neumond</u></font></a>

Mondphase
19.11.2017

Neumond


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Forenthema: Intervallfasten als Neustart

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am 28.08.2017 um 15:58 Uhr
... hat Einstein39 geschrieben:
Einstein39
Einstein39
... ist OFFLINE

Beiträge: 113

Hallo Ihr Lieben,
ich bin ganz beeindruckt von dem was ihr in den letzten paar Tagen, wo ich offline war, geschrieben habt. Eure Ehrlichkeit und die Themen haben mich tief berührt. Ich befürchte, ich schaffe es nicht auf alles im Detail einzugehen. Ich lese aber bei Euch beiden heraus, dass Essen bzw. Nicht-Essen einen suchtähnlichen Charakter hat. Da ich mit ziemlich viel Suchtsubstanzen und Verhaltensweisen ausreichende Erfahrungen gesammelt habe (Alkohol, Drogen, Rauchen) , denke ich dass Essen bzw. Nichtessen eines der schwierigsten Süchte ist. Das riesige Konsumangebot, das wir haben und die leichte Verfügbarkeit helfen da nicht wirklich weiter. Auch die Herstellerfirmen setzen immer mehr chemische "Süchtigmacher" ein, die den Kick leichter zugänglich und wiederholbar machen.
Und ich kann Dich gut verstehen Christiane, ich glaube auch, dass wir hier in Deutschland reich beschenkt sind, wenn ich mir Länder wie Indien, China und Afrika anschaue. Bei allen Problemen, die wir in Deutschland haben, haben wir doch eine politische und innere Sicherheit, die gar nicht selbstverständlich ist. Wir sind sogar seit mehr als 70 Jahren ohne Krieg, so eine Zeit hatten wir noch nie vorher. Wir haben ein Sozialsystem, das bis auf ein paar skandinavische Länder kaum übertroffen wird. Wir können ohne größer Ängste Kinder bekommen und wissen, dass sie morgen nicht von Bomben zerfetzt werden oder ab dem 6. Lebensjahr arbeiten müssen.
Zum Glück habe ich nur ein paar Süchte und muss mich nicht um existentielles Überleben kümmern, auch wenn es mir manchmal so vorkommt.
Unvernünftiges Essen ist derzeit das einzige Suchtmittel, was ich mir gelegentlich (bis überbordend) gönne. Der Kick von Weißmehl-Zucker-Fett Produkten bedient die gleichen Rezeptoren im Gehirn wie Heroin oder Nikotin. Es sind auch dieselben, die bei Ausdauersportarten die Endorphine dankbar aufnehmen. Ich könnte mir vorstellen, dass diese auch beim Fasten aktiviert werden. Jedenfalls kann ich durch Fasten eine Klarheit erreichen wie nach 1 Stunde Laufen.
Ich habe festgestellt, dass ich sehr anfällig für diese ganzen Suchtmechanismen bin. Sobald irgendetwas in meinem Leben passiert, wo ich Angst habe, was zu neu oder anders ist, wo ich Gefahr laufe mich bewerten zu lassen, ist meine erste fest eingefahrene Reaktion dieses Gefühl nicht fühlen zu wollen und wenn dann Suchtmittel in der Nähe sind wie Weißmehl-Zucker-Fett Produkte, war es das mit den guten Vorsätzen. Ich kann mit Disziplin nur einen gewissen Grad an (Sucht-)Hunger zurückhalten bzw. vertagen.
Da kommt mir das 5:2 Fasten richtig entgegen. Ich kann den Hunger auf ungesundes Essen meistens um einen Tag verschieben und am nächsten Morgen hat sozusagen ein kleiner Reset stattgefunden.
Liora, ich kenne auch dieses Gefühl des "Entrückt Seins". Es ist mit Sicherheit eine kleine Flucht. Aber kleine Fluchten sind Selbstschutz. Ich darf mich auch schützen. Ich muss halt nur den Weg wieder zurück in die Realität finden. Ich habe besonders beim Rauchen nicht wahrhaben wollen, dass das es mein Gefühlsleben wirklich ganz stark verschleiert hat. Die Kunst ist glaube ich zwischen diesen ganzen Selbstheilungsversuchen von Essen, Nicht-Essen das Leben und die Lebensfreude nicht zu verlieren und wenn sie weg ist, müssen wir sie eben wiederfinden.
In dem Sinne wünsche ich Euch und den Mitlesern einen achtsamen liebevollen Umgang mit sich selbst und einen gesunden Umgang mit dem Essen.

Liebe Grüße, Eckhard


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am 28.08.2017 um 20:55 Uhr
... hat Regenwurm geschrieben:
Regenwurm
Regenwurm
... ist OFFLINE

Beiträge: 1123

Hallo Eckhart,

schön, mal wieder von dir zu lesen! Ach ja, ich klammer mich noch ein wenig an den Forumsstrohhalm, damit ich nicht mitsamt meinen guten Vorsätzen den Bach runtergehe...meine Vorsätze sind noch sehr fragil und instabil.

Heute habe ich aber im Rückblick doch ganz gut gemeistert - obwohl auch da natürlich wieder Momente auftauchten, wo ich wieder fast umgefallen wäre. Da war es hilfreich, keinen Kse und keine Schokolade im Haus zu haben. Sonst hätte das leicht schief gehen können! Meine ja schon in der letzten Woche praktizierte Notfall-Maßnahme gegen den Heimkomm-Essreflex anzugehen, war die Hunde-Gassirunde im Wald. Sehr schön, auch befreiend, sich von dem Arbeitsunmut und der Frustration freizulaufen und schönen und friedlicheren Gedanken zuzuwenden. Wenn Bewegung an die gleichen Gehirnstrukturen andockt wie Drogen und Essen müßte man ja das eine durch das andere ersetzen können? Klappt bei mir leider nicht immer, aber meine Lieblingsdroge ist Grün - macht auch süchtig, aber ganz und gar gesund!

Jedenfalls hätte ich es mir im Anschluß an die Fasterei schon ein wenig leichter und selbstverständlicher vorgestellt, auf´s Essen heute zu verzichten. Es war ein Ringen und Ablenken. "Morgen darf ich ja wieder!" Das hat mich dann wirklich gerettet.

Euch einen angenehmen Abend und erholsame Nachtruhe!

Ach ja - Chrisska, liest du noch mit? Bist du wieder daheim?

--
Krisen sind die Steigbügel zu nachhaltigen Veränderungen!


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am 29.08.2017 um 09:21 Uhr
... hat Liora geschrieben:
Liora
Liora
... ist ONLINE

Beiträge: 247

Hallo ihr beiden!

Heute ist wieder ein richtig schöner sonniger Tag. Und das beste, ich habe b7s Donnerstag frei. Werde also alles an Wärme und Sonne, sprich Vitamin D mitnehmen, was geht!
Allerdings werde ich meinen kleinen Schatz schon am frühen mittag vom Kindergarten abholen, da er etwas erkältet ist und sich nicht zu sehr auspowern soll.

Christiane, was sagst du zu meiner Idee, die ich gestern im Beitrag geschrieben habe? Vielleicht ist der Beitrag auch untergegangen trotz seiner gigantischen Länge =D=D
Bin gespannt wie dein Esstag heute läuft. Du bist ja mahlzeitentechnisch schon vorbereitet. Sehr gut.
Ich finde das auch immer super im Vorhinein zu wissen, was ich tagsüber im Großen und Ganzen zu mir nehmen möchte.

Einstein, was sind denn deine Ziele für die zweite Hälfte des Jahres? Seit wann bist du am Intervallfasten und betreibst du auch manchmal komplettes Fasten und wie lange?

Meine Aufgabe heute neben Sonne tanken und Kind pflegen: Fenster putzen, Teppiche reinigen ect.

Bis bald

--
~ Sie haben mir mein Herz gebrochen. Es schlägt, doch es lebt nicht mehr ~


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am 29.08.2017 um 09:25 Uhr
... hat Liora geschrieben:
Liora
Liora
... ist ONLINE

Beiträge: 247

Ach, hier das Gedicht liebe ich sehr und irgendwie passt es zu uns allen oft, denke ich. Es erklärt sich von selbst wenn ihr es lest:

Das Loch in der Straße

Ich gehe eine Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle hinein.
Ich bin verloren.

... Ich bin ohne Hoffnung.
Es ist nicht meine Schuld.
Es dauert endlos, wieder hinauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle wieder hinein.
Ich kann nicht glauben, schon wieder am gleichen Ort zu sein.
Aber es ist nicht meine Schuld.
Immer noch dauert es sehr lange, herauszukommen.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich falle schon wieder hinein...
aus Gewohnheit.
Meine Augen sind offen.
Ich weiß, wo ich bin.
Es ist meine Schuld.
Ich komme auch sofort wieder heraus.

Ich gehe dieselbe Straße entlang.
Da ist ein tiefes Loch.
Ich gehe darum herum.

Ich gehe eine andere Straße.

Dieser Text basiert auf einem Lied von Portia Nelson
There is a hole in my sidewalk

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--
~ Sie haben mir mein Herz gebrochen. Es schlägt, doch es lebt nicht mehr ~


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am 29.08.2017 um 15:25 Uhr
... hat Regenwurm geschrieben:
Regenwurm
Regenwurm
... ist OFFLINE

Beiträge: 1123

Hallo Liora!

Das war gut, dass du nochmal nachgefragt hast - ich habe durch den Seitensprung deinen Beitrag tatsächlich nicht gesehen. Darauf werde ich auf jeden Fall noch mal schreiben, und sicher auch länger! Wir haben einige Parallelen, denke ich...

Heute habe ich eine längere Mittagspause und muss gegen Abend nochmal Ausrücken - und die Sonne scheint so toll. Statt hier am PC zu sitzen, zieht es mich raus.

Wenn du mit Vorschlag meinst, dass wir nach dem Mondfasten gemeinsam 1:0-Intervallen, gerne! Ich habe nämlich Umstellungsprobleme (generell und auch jetzt mit dem Fasten). Heute morgen hätte ich nicht essen müssen - war irgendwie wieder im Fastenmodus, hatte auch genauso schlecht geschlafen, weil das Oberstübchen am Rattern war - wie es eben im Fasten bei mir ist. Aber heute war ja Esstag. Mein Brot hatte sich mit Schimmel verabschiedet, Käse war nicht mehr da, auf Wurst hatte ich aber keine Lust - esse ich ganz ganz selten. Also habe ich mir den Kabeljau von Sonntag warm gemacht, und der war dann total lecker. Warm zum Frühstück! Ganz schön dekadent? Machen viele Völker, vor allem in Asien.

Als ich am Mittag heim kam, stellte sich wieder diese Frage, was ich essen sollte - mein Gott, wie lästig! Habe ein wenig entrahmten Naturjoghurt gelöffelt, weil ich irgendwie immer noch Eiweißhunger hatte, und eine meiner Birnen dazu. Fruchtjoghurt nach Christiane-Art. Meine Hundelady und ich sind dann wieder eine schöne Stunde im Wald spazieren gegangen, in der offenen Landschaft ist es unerträglich warm. Jetzt habe ich noch ein wenig Zeit und daher mir was richtiges gekocht, hoffentlich war es das jetzt mit Essen für den Rest des Tages. Es gab Dinkelspaghetti mit Gemüsebolognaise. Ich muss ja meine Tomaten- und Zucchiniflut irgendwie bezwingen... Das hat mir ausgesprochen gut gemundet und war richtig wohltuend und befriedigend. Damit war ich aber dann immer noch nicht zufrieden, es musste noch was Süßes in Form des letzten Müsliriegels sein, der Dieter´s Blicken (und meinen) verborgen geblieben ist.

So, nun setzte ich mich mit irgendwas zum Entspannen raus - eine Gartenzeitschrift vielleicht. Noch zwei Stunden Pause - heute werde ich sicher im Haushalt nicht viel bewegen, höchstens eine Waschmaschine anstellen...

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am 29.08.2017 um 21:11 Uhr
... hat Liora geschrieben:
Liora
Liora
... ist ONLINE

Beiträge: 247

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Liora am 12.11.2017 um 07:23 Uhr ]

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am 30.08.2017 um 17:58 Uhr
... hat Regenwurm geschrieben:
Regenwurm
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... ist OFFLINE

Beiträge: 1123

Hallo Eckart und Liora,

Eure beiden Beiträge von vorgestern gehen mir doch noch nach. Wenn mir was so kurz vorm Einschlafen nochmal in den Sinn kommt und ich bin dann glockenhell wach, dann weiß ich, dass ich da nochmal hingucken sollte.

Einstein39 schrieb:

"... Ich lese aber bei Euch beiden heraus, dass Essen bzw. Nicht-Essen einen suchtähnlichen Charakter hat. Da ich mit ziemlich viel Suchtsubstanzen und Verhaltensweisen ausreichende Erfahrungen gesammelt habe (Alkohol, Drogen, Rauchen) , denke ich dass Essen bzw. Nichtessen eines der schwierigsten Süchte ist. Das riesige Konsumangebot, das wir haben und die leichte Verfügbarkeit helfen da nicht wirklich weiter. Auch die Herstellerfirmen setzen immer mehr chemische "Süchtigmacher" ein, die den Kick leichter zugänglich und wiederholbar machen."

Genau. Das Ding mit dem Essen ist aber, dass wir es ja nicht lassen können, selbst wenn wir wollten! Wir messen ihm aber immer wieder Funktionen und Aufgaben zu, die es nicht von Natur aus hat. Das ist Kraft Definition Mißbrauch. Wenn ich esse, um zu genießen, um mich zu ernähren, um meine Speicher aufzufüllen für zukünftige Aufgaben oder nach vollbrachter Tätigkeit - alles natürlich und normal. Wenn ich aber esse, um Gefühle zu überdecken, die ich nicht fühlen möchte wie zum Beispiel Einsamkeit, fehlende Geborgenheit, Bedrohungen, Ohnmacht, Leere, Angst usw. dann mißbrauche ich Nahrungsmittel als Wegmacher. So wie ich streng genommen (hat mir eine Therapeutin mal so um die Ohren gehauen) schon Alkohol mißbrauche, wenn ich abends ein Glas trinke, um besser schlafen zu können oder um in Gesellschaft die Hemmungen zu verlieren.

Spätestens, wenn sich da ein Automatismus aufbaut - wenn ich Ohnmacht verspüre, will ich Schokolade essen - wenn ich nachhause komme, will ich egal-was essen - wenn ich wütend bin, will ich essen - und immer am liebsten süß und fettig (wegen der Rezeptoren, von denen du schreibst, weil mein Gehirn in diesem Augenblick einen stressbedingten Endorphinmangel erleidet oder so ähnlich?) - heißt das dann nicht mehr Mißbrauch, sondern Sucht.

Die meisten dieser Gefühle erleben traumatisierte Menschen immer wieder und als bedrohlich - und reagieren oft mit Suchtmitteln, die dieses "Wegmachen der unerwünschten Gefühle" übernehmen, indem sie unmittlebar an das Belohnungszentrum im Gehirn andocken.

Wenn wir uns von einer Sucht heilen wollen, lassen wir das Suchtmittel radikal weg - das können wir mit Essen aber nicht. Wir müssen ja essen, um zu leben. Da hilft nur, genauer hinzugucken, ob es da Bestandteile gibt, die wir ungefährdet essen können, und welche eben nicht. Nach meiner Erfahrung sind das nur zuckerfreie Lebensmittel, alles andere fordert mir mental so einiges ab, manchmal grenzwertig Leistbares, um nicht in dieses Giermuster zu verfallen. So ganz zuckerfrei sind leider nur die Eiweißträger Fleisch und Milchprodukte. und bei Käse reagiere ich ja ebenfalls mit Sucht und Gier. Selbst Gemüse enthält Zucker! Aber in einer Menge und Form, die ich ganz gut auch psychisch verarbeiten kann. Bei Obst wird das schon sehr viel schwieriger. Ich habe Smoothies für mich entdeckt und immer auch ein wenig Alibi-Grün mit reingepackt, aber der Hauptbestandteil war Obst, und zwar oft süßes Obst. Diese Fruktose, habe ich in einem Arte-Special zum Thema Zucker vor Kurzem gelernt, wird vom Körper genauso unmittelbar ins Blut aufgenommen wie Glucose, treibt dann also den Blutzucker hoch und setzt die ganze gefährliche Insulinkette in Gang. Und was wahr ist, in so einen Smoothiebecher kriegt man locker die doppelte Menge Obst rein, als man normalerweise so in Festform essen würde, und getrunken ist das ja schnell. Zu schnell für ein Sättigungsgefühl... Kam schon vor, dass ich danach noch ein Brot essen wollte... Und es gibt Menschen, die tun sich noch Zucker da rein!!!

Unser Gesellschaftsystem lebt gut vom Konsum - da greift ja eins ins andere. Zucker macht süchtig, dann hat man die Verbraucher am Tropf und kann sie gut manipulieren, und klappt das nciht effektiv und schnell genug, gibt es weitere Suchtstoffe, die man da noch beimischen kann.... Es gibt ja wirklich kaum noch Halbfertig- oder Fertigprodukte, wo kein Zucker beigemischt wurde. Wir wollen dann immer mehr - vor allem auch mehr, als wir tatsächlich verstoffwechseln.

Und am genialsten sind die Produkte, die Zucker und Fett gleichzeitig haben, die sprechen wohl mehrere Rezeptoren gleichzeitig an. Mir läuft schon beim Gedanken daran das Wasser im Munde zusammen...

Was ich beim Fasten aber merke, ist, dass wir dieser Sucht von der Schippe springen können, wie ein kalter Entzug ist das. Aber wehe wehe, ich fange wieder mit dem Essen an - da stecke ich viel zu tief in den süchtigen Strukturen drin, als dass weniger für mich eine Lösung wäre.

Weißmehl vermeide ich schon länger relativ konsequent. Esse schon mal irgendwo normalen Kuchen , aber irgendwie mag ich das gar nicht so gerne. Aber Vollkorn- oder Dinkelvollkornmehl, das läßt sich ja auch fein verbacken... und Backwaren sind des Teufels, weil da bei mir sofort der Suchtmotor anspringt. Dein Arbeitsfeld, Liora, wäre für mich Hardcore... Obwohl man ja nach einer Weile, wenn man das immerzu riecht und konsumiert, nicht mehr soviel Lust drauf haben soll - aber nicht so bei mir. Die Gier wird größer und größer. Ich bin ein Suchtel.

Auch das habe ich mal irgendwo gelesen, dass es eine genetische Disposition für Sucht gibt, Dass es Menschen gibt, die da eher zu neigen, dann auch oft zu mehreren Süchten - stofflichen und nicht-stofflichen. So wie es Menschen gibt, die in ihrer Familie gehäuft bestimmte Erkrankungen haben. In meiner Familie treten vermehrt Süchte auf - Alkohol ganz vorne, aber auch Nikotin und Zucker. Ich glaube, ich habe alle in mir. Auch die Arbeitssucht, die Sucht, geliebt zu werden und sich dafür zu verbiegen, Spielsucht, Internetsucht, die Sucht nach mehr Stress... Manches habe ich bewältigt, bin mir dessen bewußt geworden und habe einen Weg gefunden, damit zu leben. Anderes, wie dieses Ernährungsproblem, ist ein Dauerbrenner. Weil man dem Suchtmittel so schwer entgehen kann. Weil ich auch nicht wahrhaben möchte, dass es nur den einen wirklich sicheren und heilenden Weg gibt, nämlich den totalen Verzicht. Und den will mein Ego noch nicht gehen. Süchtig eben.

So wie es Alkoholiker gibt, die mit ab und zu etwas Alkohol nicht gleich wieder komplett an der Flasche hängen, sondern dann höchstens für dieses eine Mal die Kontrolle verlieren, Raucher, die es schaffen, gelegentlich mit einer Zigarette die Sehnsucht befriedigen, ohne dann gleich wieder schachtelweise zu plotschen, so hoffe ich auf den maßvollen Umgang mit meinem Suchtstoff Zucker. Ich habe da aber in ganz klaren Momenten so meine Zweifel...

Ein erster wichtiger Schritt ist es, mir der Mechanismen in dem Augenblick, wo sie anspringen, bewußt zu werden und dann eine Entscheidung treffen zu können, ob ich mir dies in dem Moment erlaube oder nicht. Ist halt nur die Frage, wie frei diese Entscheidung wirklich ist. Wäre sie tatsächlich unabhängig, wäre die Sucht überwunden, oder?

Eins weiß ich aber, auch wenn es mir bereits hin und wieder gut, ein anderes mal wieder etwas weniger gut gelingt, mit meinen Süchten und Suchtmitteln zu leben: ich werde, solange ich lebe, wachsam bleiben müssen, damit die Sucht keine Gewalt über mich erlangt. Das ist, finde ich, auch keine neue, keine Kontrollsucht - es ist mein gesunder Selbsterhaltungstrieb. Und hin und wieder ein Stück, nein!, eine ganze Tafel Schokolade - das gehört auch mal dazu. Wenn es danach wieder selbstwirksam weitergehen kann.

Ich bin gerade ganz bei dir, dass das Intervallfasten uns ein gutes Handwerkszeug sein kann, sukzessive herauszufinden, wann wir wie und warum essen, und immer wieder durch das Fasten innehalten und rebooten, uns besinnen, dass wir entscheiden und nicht das starke Verlangen nach was auch immer. Ich musste nach zahllosen gescheiterten Versuchen, ins Intervallen zu kommen, erst den Totalentzug des Fastens haben, und nun taste ich mich langsam ran, stufenweise Wiedereingliederung ins Essen sozusagen. Nun etwa zwei Wochen je 3x 1.0 - Intervall (also 4:3), dann die Woche Mondfasten (5 Tage und Aufbau), danach vielleicht 5:2-Intervallfasten. Ich hoffe, dass ich dann dabei stabil bleibe, nicht allmählich wieder aufweiche, verschiebe, Ausreden erfinde und letztlich voll mit beiden Füßen wieder in den alten Mustern stecke. Aber auch dann wäre ja nichts verloren - ein neues Fasten, ein neues Hinschauen, was falsch lief, und dann ein neuer Anlauf, das zu finden, was du so schön in Worte fasst, Eckart:

"... einen achtsamen liebevollen Umgang mit sich selbst und einen gesunden Umgang mit dem Essen."

Ich denke, damit sind wohl auch die meisten deiner Fragen beantwortet, Liora? Also, ich möchte nicht bis an mein Lebensende intervallen, aber es könnte schon sehr lange werden... Und dann sehe ich, ob ich die Krücke weiter brauche oder mich als geheilt entlassen darf.

Und leider ist mein Stoffwechsel der eines Sparbrötchens - ich würde vermutlich viele Hungerkrisen dieser Erde überleben können. Dass ich nun abnehme, die Gefahr besteht also so kurz nach dem Fasten sicher nicht. Dazwischen esse ich ja, auch mehr, als ich eigentlich bräuchte, also über das Sättigungsgefühl hinaus (leises Aufflammen der Gier). Mein erklärtes Ziel ist, erstmal die nächsten drei Monate das Gewicht zu halten. Möglichst ohne große Schwankungen. Eckhart macht es mir vor! Vielleicht über das Mondfasten ganz leicht Stück für Stück abzunehmen... Ein Pfund pro Monat?

Wenn ich dich richtig verstanden habe, futterst du dir zwei Wochen nach Herzenslust deine geliebten Teilchen rein, um dir dann wieder durch Fasten den ultimativen Kick zu holen? Wenn ich das wäre, würde ich auch das Sucht nennen, zweifache gleich: Erstmal die Zuckersucht, die so ungestraft und escessiv ausgelebt werden kann, und dann die Sucht, die das Fasten in uns weckt - dieses entrückte Wattebauschgefühl, in unserem Fastenkokon unangreifbar zu sein, geschützt gegen das allzu be- oder auch abwertende Außen. Wenn du dich darin wiederfindest, willkommen im Club!

Puh, was für ein Geschwall!!!

Ich faste übrigens heute wieder, war diesmal etwas leichter und weniger Widerstände zu überwinden. Geht doch!

herzlichst

Christiane

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am 30.08.2017 um 21:25 Uhr
... hat Regenwurm geschrieben:
Regenwurm
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Beiträge: 1123

ganz kurzer Nachtrag: nach meinem ausführlichen Hinwenden zu Nahrungsmitteln hat mich vorhin die Lust auf Kochen gepackt, und ich habe mir für morgen eine Gemüsepfanne geschnippelt. In der Küche riecht es schon richtig lecker und gesund!

Und, Liora, das Gedicht kenne ich auch, finde ich auch supergut. Es spiegelt ja genau, wie wir Menschen so oft ticken... Und es macht Hoffnung! Das Lied kenne ich leider nicht - werde ich vielleicht mal googeln, vielleicht finde ich es ja in youtube.

Gute Nacht euch allen - morgen darf ich wieder was essen!!!

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am 31.08.2017 um 10:09 Uhr
... hat Liora geschrieben:
Liora
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... ist ONLINE

Beiträge: 247

[ Beitrag wurde zuletzt editiert von Liora am 12.11.2017 um 07:25 Uhr ]

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am 01.09.2017 um 07:23 Uhr
... hat Einstein39 geschrieben:
Einstein39
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Beiträge: 113

Guten Morgen Ihr Beiden und alle Mitleser ,

ihr habt mir teilweise aus der Seele geschrieben. Das Gedicht/Lied finde ich richtig gut. Ohne tief zu Fallen und zu Leiden lerne ich meistens auch nichts und versuche denselben Weg immer wieder zu gehen. Liora, ich faste 1-2 mal pro Jahr länger, also 14-21+ Tage. Zusätzlich faste ich noch 7-10 Tage nach Bedarf (wenn ich den Anfang finde), wenn ich einen Reset brauche.
Ich glaube auch, dass ich "normaler" esse, wenn ich weniger Stress habe z.B. im Urlaub, es sei denn die Mitreisenden sind nervig. Wenn ich glücklich bin, mich geliebt fühle und emotional satt bin, kann ich mein Essen tatsächlich geniessen und spüre so etwas wie ein natürliches Sättigungsgefühl. Das Dumme ist nur, dass ich meine Außenwelt nicht ewig so verändern kann, dass ich keinen Stress habe. Diese Omnipotenzillusion hält sich zwar manchmal hartnäckig bei mir , aber die Realität belehrt mich zum Glück immer wieder und bringt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich kann eigentlich nur lernen mit der Realität so umzugehen, dass ich nicht so stark gestresst werde. Das Zauberwort für mich ist da akzeptieren und loslassen, auch wenn es weh tut. Das ist natürlich nicht so einfach zu tun wie es zu schreiben. Und man muss auch die Idee keinen Stress mehr zu haben tief innen drin leben wollen.
Christiane, deine Schilderung vom Suchtcharakter des Essens trifft es ziemlich genau. Es gibt ein paar Lebensmittel, die tatsächlich wie Drogen funktionieren, weil sie direkt die Rezeptoren im Gehirn stimulieren. Zucker gehört mit Sicherheit dazu. Bei mir ist es aber auch einfach die Menge des Essens, die zu diesem kurzfristigen Wohlbefinden führt, das alle Sorgen, Ängste relativiert. Und es ist wie beim Alkohol, nur ein ganz kurzfristiges Vergessen/Verdrängen. Die Probleme sind 2 Stunden später wieder da zusammen mit diesem bescheuerten Völlegefühl, das mich dann träge und antriebslos macht.
Bei anderen Süchten kann man den Suchtmitteln entsagen und dann wird es besser. Meine Erfahrung zeigt, dass aber nichts von selbst besser wird, sondern dass man dann aber auch durch heftigste psychische Lern- und Erkenntnisprozesse geht, die man kaum alleine bewältigen kann. Mir haben in diesen Fällen immer Selbsthilfegruppen oder Foren wie dieses geholfen. In einer Selbsthilfegruppe, die ich mal kennengelernt habe wurde, mangels Abstinenzbegriff beim Essen, das Essen einfach in süchtiges und nicht-süchtiges Essen unterteilt. Also süchtig ist für mich z.B. Zucker(in ausreichenden Mengen, um die Insulinwippe in Gang zu setzen) oder kohlenhydratreiches Essen, oder Essen bei Frust. Genialerweise sind die IV-Fastentage beim 5:2 Fasten eigentlich auch garantiert suchtfreie Esstage. Ich glaube deswegen liegt mir das 5:2 Fasten so. Den anderen Trick, den ich immer wieder verwende ist mir gesundes, nicht-süchtiges Essen immer nur für heute vorzunehmen und meine süchtigen Essgelüste auf morgen zu vertagen. Das funktioniert manchmal ganz gut.
Liora, ich habe auch erfahren, dass das absolute Gewicht (zumindestens in dem Bereich (BMI22-30) relativ irrelevant ist für das Glücklichsein. Ich peile langfristig zwar ein niedrigeres Gewicht an, bin aber mit meinem jetzigen auch zufrieden. Aufgrund meines Gewichtes fahre ich mehr Fahrrad anstatt zu laufen, was viel besser für meine Gelenke ist und ich habe auch beim Fahrradfahren sehr schöne Erlebnisse in der Natur.
Ich wünsche allen einen schönen Tag und einen liebevollen Umgang mit dem Leben und uns selbst. Dann werden sich unsere Essensgelüste schon von allein einpendeln.

Liebe Grüße, Eckhard


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