Sellerie
botanisch: Apium graveolensBotanische Synonyme: | Apium celleri, Celeri graveolens, Sium apium |
Sellerie - in seiner Wildform - wächst in Europa, Afrika, Amerika und West-Asien.
Der Sellerie besitzt eine belebende, stärkende, harntreibende und sexuell stimulierende Wirkung.
die im Frühling verzehrt werden,
um das Blut zu süßen und zu reinigen.
(Nicholas Culpeper - 1653)
Untersuchungen der Dermatologischen Universitätsklinik Zürich haben ergeben, dass Sellerie mit einer Häufigkeit von 43% an der Spitze der allergieauslösenden Lebensmittel steht, was aber nicht generell gegen den Sellerie spricht, sondern nur dafür, dass Allergiker ihn meiden müssen.
Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass getrocknete Selleriewurzel und gemahlene Selleriesaat sehr häufiger Bestandteil verschiedener Gewürzmischungen sind, die von den betroffenen Allergikern ebenfalls gemieden werden sollten.
Andere volkstümliche Namen für Sellerie |
Echter Sellerie · Epf · Eppich · Eppichsamen · Gailwurz · Geilwurz · Schoppenkraut · Stehsalat · Suppenkraut · Zellerer Wild Celery [englisch] |

Alle Sellerie-Arten besitzen einen starken aromatischen Geruch und Geschmack. Sie sind erdhaft würzig, mit einem leicht süßlichen Anklang. Selleriesamen schmecken ähnlich wie Knollen- oder Stangensellerie. Sie sind allerdings wesentlich bitterer und schärfer.
Wenn du Sellerie-Samen zum Würzen verwenden möchtest, solltest du ihn vorher leicht zerdrücken, damit er sein Aroma richtig entfalten kann. Allerdings solltest du nur ganz dezent mit Selleriesamen würzen, da das Essen sonst schnell zu bitter schmecken kann.

Alte Postkarte vom Verlag H. Worringen (Köln) - um 1900
Freu dich Fritzchen - Gruß vom Kölner Karneval!
Freu dich Fritzchen! Freu dich Fritzchen !
Morgen gibt's Selleriesalat !
Freu dich Käälche! Freu dich Käälche !
Zellerei es su fein wie Taat.
Do wees lecke, dat wed schmecke,
Do deis schnalze met der Zung,
Denn dat Schlötche bei nem Brödche
Mäht dich widder jung !
Freu dich Fritzchen! Freu dich Fritzchen !
Morgen gibt's Selleriesalat !
Höht mer singe, höht mer klinge
He jitz en der ganze Stadt ;
Un se uutze un se juutze
Fastelovend kütt eran !
Loht uns singe met, un springe
Su lang mer noch kann !
Linktipp:
- Sellerie (Verwendung in der Küche beim Kochen und Würzen)
Sellerie - Wirkung (Therapeutische Eigenschaften) |
» harntreibend, entwässernd, nierenanregend (diuretisch) |
» potenzsteigernd, erotisierend (aphrodisierend) |
» stärkend, kräftigend, vitalisierend (tonisierend) |
Sellerie enthält folgende Inhaltsstoffe | |
» Ätherische Öle: | Apiol |
Hildegard von Bingen zur Pflanze Sellerie:
Der Sellerie ist warm, und er ist mehr von grüner als von trockener Natur. Er hat viel Saft in sich, und roh taugt er für den Menschen nicht zum Essen, weil er so üble Säfte in ihm bereitet. Gekocht aber schadet er dem Menschen nicht beim Essen, sondern verschafft ihm gesunde Säfte. Auf welche Weise er aber auch gegessen wird, so versetzt er den Menschen in unsteten Sinn, weil sein Grün ihm bisweilen schadet und ihn bisweilen traurig in der Unbeständigkeit macht.
Wer aber von Gicht so geplagt wird, dass ein Mund sich zusammenziehend verzerrt und dass seine Glieder zittern und dass er auch in seinen anderen Gliedern zusammengezogen wird, der pulverisiere Selleriesamen und füge dem zu einem Drittel Raute bei und auch von der Muskatnuss und weniger Steinbrech als Gewürznelken. Und dies alles mache er zu Pulver, und er esse sowohl nüchtern wie auch nach dem Essen dieses Pulver, und die Gicht wird von ihm weichen, weil es das beste Mittel gegen Gicht ist. Aber wer von der Gicht geplagt wird, obwohl er dieses Pulver oft gegessen hat, der vertreibt die Gicht von sich, damit er nicht Schaden nehme.
Ernte: | von September bis Oktober |
Sellerie-Tipps für den Gärtner
Sellerie bevorzugt einen nährstoffreichen und eher salzigen Boden.
Aussaat: im März
Pflanzung: im Mai
Pflanzabstand: 40 x 40 cm
Ernte: ab Ende September
Sellerie gibt es in verschiedenen Varietäten:
» Apium graveolens var. rapaceum (Knollensellerie)
» Apium graveolens var. dulce (Stangensellerie)
» Apium graveolens var. secalinum (Würzsellerie/Schnittsellerie)