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Mistel

botanisch: Viscum album
Mistel-Tropfen von Salus
Mistel-Tropfen von Salus
*

Die Mistel ist in Europa und Nordasien sehr verbreitet. Sie lebt als immergrüner Halbschmarotzer auf Laub- und Nadelbäumen bis in Höhen von 1.200 Metern. Die Mistel-Büsche, deren kräftige Wurzeln sich in die Äste ihrer Wirtspflanzen bohren - können einen Umfang von bis zu 3 Metern bekommen. Die Fortpflanzung der Mistel gestaltet sich als etwas schwierig. Die weißen, kleinen Beeren der Mistel enthalten nämlich nur einen einzigen Samen, der weder in Wasser noch in Erde gelegt zur Keimung kommt. Stattdessen wetzen Vögel nach dem Genuss einer solchen Beere ihren Schnabel an den Ästen der Bäume und dabei bleiben die Samenkörner an den Ästen kleben, um dann dort zu keimen.

Das Küssen unter dem Mistel-Zweig ist wohl eines der berühmtesten abendländischen Rituale! Es heißt, Paare, die sich zu Weihnachten unter einem Mistel-Zweig küssen, bleiben für immer zusammen. Allerdings muss die Mistel laut keltischen Brauch mit einer goldenen Sichel abgeschnitten und nach dem Kuss innerhalb von 12 Tagen verbrannt werden. Falls es also trotz Mistel doch zur Trennung kommen sollte, wurden wohl nicht alle Feinheiten dieses Rituals berücksichtigt ;-)

Andere volkstümliche Namen für Mistel
Albranken · Donnerbesen · Donarbesen · Drudenfuß · Geißechrut · Heiligkreuzholz · Hexenbesen · Hexenchrut · Hexennest · Laubholzmistel · Vogelchrut · Vogelmistel · Wintergrün · Wintersamen

Mistletoe [englisch]
Gui [französisch]
Maretak [holländisch]
Muérdago [spanisch]
Vischio comune [italienisch]





Die Mistel - speziell wenn sie auf einer Eiche gewachsen war - galt bei den Kelten als besonders heilig und heilkräftig. Sie wurde von den Druiden (keltische Priester) in einer feierlichen Zeremonie mit einer goldenen Sichel von den Bäumen geschnitten, da man glaubte, dass die Mistel sonst ihre Zauber- und Heilkräfte verlieren würde. Bei den Kelten hieß die Mistel "Die Alles Heilende".

Nichts haben die Druiden,
was ihnen heiliger wäre als
die Mistel und der Baum,
auf dem sie wächst.
(Plinius)

Näheres über die Zauberkräfte der Mistel erfährst du im übrigen auch beim Lesen von Asterix und Obelix* :-) Die Mistel war nämlich neben Hummer und Erdbeeren ein sehr wichtiger Bestandteil für den stärkenden Zaubertrank, den der Druide Miraculix regelmäßig für die unbesiegbaren Gallier in seinem dicken Kessel kochte.

Um die Mistel ranken sich unglaublich viele geheimnivolle Geschichten, in denen es nur so von Magie und Zauberkraft wimmelt. So diente die Mistel als Goldene Zauberrute, Wünschelrute, zu Abwehr von bösen Hexen und Geistern, zum Schutz vor Feuer und Krankheit und allgemein auch als Glücksbringer.
 


Was wird gesammelt:
Man sammelt die jungen Blätter und Zweige der Mistel zwischen Anfang Oktober und Mitte Dezember sowie in den Monaten März und April. In den übrigen Monaten ist die Mistel ohne Heilkraft! Die Blätter und Zweige werden gut gesäubert (besonders von den Beeren) und dann an der Sonne getrocknet. Danach werden sie zerkleinert und gut geschützt vor Licht und Feuchtigkeit aufbewahrt.

ACHTUNG ... beim Verzehr:
Die Mistel-Beeren sind für den Menschen hochgiftig. Sie eignen sich überhaupt nicht für die innere Anwendung! Für die innere Anwendung eignen sich nur die Mistel-Zweige und Mistel-Blätter, aber auch diese dürfen auf gar keinen Fall in zu starken Dosierungen eingenommen werden, da auch hierbei ansonsten Vergiftungserscheinungen auftreten können. Diese können sich durch einen allgemeinen Sensibilitätsverlust, Lähmungserscheinungen oder Blutstauungen im Bauch bemerkbar machen. Schlimmstenfalls werden sogar die Atmungsmuskeln oder der Herzmuskel gelähmt, was dann mit tödlichen Folgen enden kann!

Mistel besitzt folgende therapeutische Eigenschaften
» antiepileptisch
» blutdrucksenkend (hypotensiv)
» blutstillend (hämostatisch)
» harntreibend, entwässernd, nierenanregend (diuretisch)
» herzstärkend
» krampflösend (antispadmodisch, spasmolytisch)
» stoffwechselanregend
Mistel hilft bei folgenden Krankheiten & Beschwerden
» Abgeschlagenheit, Erschöpfung, Frühjahrsmüdigkeit, Schlappheit, Schwäche
» Angst, Panik, Phobien, Unbehagen
» Arterienverkalkung
» Asthma
» Bluthochdruck, Hoher Blutdruck
» Blutunterdruck, Niedriger Blutdruck
» Darmblutungen
» Epilepsie, Epileptische Anfälle
» Frostbeulen, Erfrierungserscheinungen
» Gebärmutter-Störungen
» Gicht
» Harnsteine
» Hormonelle Störungen
» Hyperaktivität
» Hysterie, Hysterische Anfälle
» Immunschwäche, Schwache Abwehrkräfte, Abwehrschwäche
» Ischias-Schmerzen
» Konzentrationsschwäche, Konzentrationsstörungen
» Kopfschmerzen
» Krebs-Geschwüre, Tumor-Wachstum
» Kreislaufschwäche
» Lungenblutungen
» Lustlosigkeit
» Nasenbluten
» Nierenkoliken
» Ohrensausen
» Regelschmerzen, Menstruationsbeschwerden
» Rheuma
» Ruhr
» Schwindel, Schwindelgefühle
» Sehstörungen, Sehfehler
» Stoffwechselstörung
» Tinnitus - Ohrgeräusche zum Verzweifeln
» Typhus
» Unfruchtbarkeit bei der Frau
» Wechseljahrsbeschwerden, Probleme mit den Wechseljahren
» Zuckerkrankheit

Mistel-Rezepte für Gesundheit und Wohlbefinden

Mistelkraut
Mistelkraut
*

Mistel-Mazerat-Kur bei Herz- und Kreislaufbeschwerden:
nach einer Empfehlung von Maria Treben

» 1 gehäufter Teelöffel kleingehackte Mistel-Blätter und Mistel-Zweige
» 250 ml Wasser
» Mistel im Wasser kalt ansetzen
» über Nacht ziehen lassen (10 - 12 Stunden)
» morgens leicht anwärmen und dann abseihen

Die angegebenen Mengen reichen für 1 Tasse Mistel-Mazerat

3 Wochen lang täglich 3 Tassen Mistel-Mazerat über den Tag verteilt trinken
2 Wochen lang täglich 2 Tassen Mistel-Mazerat über den Tag verteilt trinken
1 Woche lang täglich 1 Tasse Mistel-Mazerat trinken

Laut Maria Treben haben sich in diesen 6 Wochen Kreislauf und Blutdruck erholt. Um diesen Zustand beizubehalten, empfiehlt sie 1 Jahr lang weiterhin jeden Morgen eine Tasse Mistel-Mazerat zu trinken.

Dieses Mazerat eignet sich im übrigen auch hervorragend als Mittel gegen Wechseljahrsbeschwerden.

Mistel-Salbe gegen Erfrierungen:
nach einer Empfehlung von Maria Treben
» 50 Gramm Mistel-Beeren
» 150 Gramm Schweinefett (alternativ: Vaseline oder Paraffinwachs)
» Mistel-Beeren und Fett kalt zu einer Salbe verrühren

Betroffene Stellen über Nacht mit der Salbe einreiben.

Mistel-Frischsaft gegen Unfruchtbarkeit (bei Frauen):
nach einer Empfehlung von Maria Treben
» Mistel-Zweige und Mistel-Blätter gut waschen
» im noch feuchten Zustand durch eine Saftzentrifuge pressen

2 x täglich 25 Tropfen in etwas Wasser einnehmen
(nüchtern eine halbe Stunde vor dem Frühstück und abends vor dem Schlafengehen)



Mistel enthält folgende Inhaltsstoffe
» Aminosäuren
» Flavonoide
» Lignane
» Neurotransmitter (Botenstoff):Acetylcholin
» Phenole:Kaffeesäure
» Polypeptide:Viscotoxine
» Polysaccharide
» Saponine

Blüte:von März bis Mai
Ernte:von März bis Dezember


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Tonia Tünnissen-Hendricks
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Bücher-Quellen & Weiterführende Literatur



4 Kommentare zu diesem Artikel


Hallo Regina :-)

ich würde sagen, du hast sammeltechnisch alles richtig gemacht. Die Früchte an deiner Mistel sind noch die alten Früchte aus dem letzten Winter, die scheinbar den Vögeln entgangen sind. Eigentlich werden die nämlich gerne von den Vögelchen weggefuttert. Vielleicht gab's ja was Schmackhafteres in der Nähe ;-)

Die neuen Früchte entwickeln sich erst zum Winter hin aus den Blüten, die jetzt im Frühjahr erscheinen.

Und wenn du wirklich nur sorgsam die Blätter und Zweige der Mistel trocknest und nicht versehentlich eine von den alten Beeren, dann ist alles gut, würde ich sagen ...

liebe Grüße
Tonia :-)

geschrieben von Tonia am 03.04.2014 um 15:35 Uhr


Hallo ich habe gestern Mistel gesammelt (nur einzelne Teile nicht die ganze Mistel-von Birke). Laut dem Text ist der Sammelzeitraum ja richtig. Allerdings habe ich an vielen stellen gelesen, dass die Mistel vor der Fruchtbildung gesammelt werden muss und keine Beeren haben darf. meine hatte Beeren die habe ich gleich im Wald gelassen. Kann ich die mistel jetzt trocknen und( gegen Schwindelgefühle und niedrigen Blutdruck) verwenden oder sollte ich das lieber lassen,weil ja Beeren dran waren? Ich bitte um Ihre Hilfe

geschrieben von Regina am 31.03.2014 um 16:01 Uhr


Hallo Nora :-)

wenn du dank dieser Teemischung auf die Tabletten verzichten kannst, ist das doch schon mal super! Mir ist nichts darüber bekannt, dass durch diese Kräuterchen ein Gewöhnungseffekt eintreten könnte oder dass eine dauerhafte Anwendung zu anderen Langzeitschäden führen könnte ...

Aber ich würde dennoch einfach mal versuchen, den Tee nicht täglich zu trinken und beobachten wie sich das auf deinen Blutdruck auswirkt. Du kannst ja zunächst auf einen 2-täglichen Rhythmus umsteigen und schauen, was passiert. Vielleicht bleibt dein Blutdruck ja auch ohne den Tee stabil?

Generell würde ich natürlich überlegen, wo der hohe Blutdruck eigentlich hergekommen ist, z.B. durch Übergewicht, falsche Ernährung, Bewegungsmangel, Zigaretten, Alkohol, Stress? ... in den meisten Fällen hat man sich dieses Problemchen ja irgendwie selbst eingebrockt - auch wenn man das in der Regel nicht gerne hört ;-) ... aber das Schöne daran ist ja immerhin, dass man den Bluthochdruck dann auch wieder loswerden kann, wenn man seine Lebensweise entsprechend verändert :-)

LG - Tonia :-)

geschrieben von Tonia am 22.08.2013 um 08:28 Uhr


Guten Tag, ich leide seit 20 Jahren an Hochblutdruck und nehme regelmäßig Tabletten dagegen. Seit ca. 8 Monaten Trinke ich jeden Tag eine Teemischung aus Mistel, Weißdorn, Minze u. Fenchel.
Mein Blutdruck ist stabil u. gesunken:
Meine Frage: soll ich dieses Teetrinken jetzt unterebrechen und für wie lange?

geschrieben von Nora am 21.08.2013 um 10:14 Uhr



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